Forward-Darlehen
Zusammengefasst ist ein Forward-Darlehen die Vereinbarung, dass ein Kreditgeber, welcher in der Regel eine Bank ist, dem Kreditnehmer zu einem zukünftigen Zeitpunkt ein Darlehen gibt. Das Besondere an dem Forward-Darlehen ist, dass man als Zinssatz den aktuellen Zins nimmt zuzüglich einer „Prämie“, welche auf den aktuellen Zins draufrechnet wird. Gewöhnlich beträgt die Prämie je nach Bank und nach wirtschaftlicher Gesamtsituation ca. 0,01 bis 0,05 Prozent pro Monat, bis der Kredit beginnen würde. Wenn ein Kreditnehmer mit einer Bank zum Beispiel ausmacht, in 20 Monaten einen Kredit nehmen zu wollen, für den aktuell 3 Prozent Zinsen erhoben werden würden, und die Prämie beträgt 0,02 Prozent pro Monat, würde bei dem Forward Darlehen ein Zinssatz in Höhe von 3 Prozent zuzüglich 20*0,02 Prozent abgemacht werden, was bedeuten würde, der Kreditnehmer müsste 3,4 Prozent Zinsen zahlen.
Der Vorteil bei einem Forward-Darlehen ist, dass der Kreditnehmer schon heute weiß, wie hoch die Zinsbelastung sein wird, die er für den Kredit zu zahlen hat, und sollte der aktuelle Zins und die Prämie niedrig sein, kann der Kreditnehmer dadurch einen Gewinn machen. Andererseits muss natürlich gesagt werden, dass der Zins, um auf das obige Beispiel zurückzugreifen, in den 20 Monaten ebenso fallen kann oder stabil bleiben kann; wenn dem so wäre, hätte der Kreditnehmer durch den Abschluss des Forward-Darlehens einen Verlust gemacht, da er prinzipiell an den Vertrag mit der Bank gebunden ist. Wenn er ihn nicht mehr annimmt, muss er eine Nichtabnahmeentschädigung zahlen, die gewöhnlich relativ hoch ausfällt. Sollte der Kreditnehmer unsicher sein, ob ein Forward-Darlehen eine gute Möglichkeit ist, besteht die Möglichkeit, dass er in den Forward-Vertrag eine Ausstiegsklausel aufnimmt, wofür die Banken allerdings erhebliche Aufschläge nehmen wird. Wie ersichtlich, ist die Nutzung eines Forward-Darlehens eine spekulative Sache, deren Vor- wie auch Nachteile man abwägen muss.
Genutzt werden kann ein Forward Darlehen für alle Baufinanzierungs- und Umschuldungszwecke, sofern im Grundbuch der betreffende Kredit eingetragen ist. Ferner bieten Banken gewöhnlich ein Forward Darlehen nur an, sofern der Kredit in 12 bis 60 Monaten anlaufen wird. Zudem muss für die Bank die Summe, die der Kreditnehmer aufzunehmen wünscht, eine ausreichende Höhe haben.
Fast ausschließlich haben Forward Darlehen konstanten Raten bzgl. Tilgung und Zins, die aber nicht nach Abschluss des Vertrages fällig sind, sondern zu einem späteren, festgelegten Zeitpunkt gezahlt werden müssen. Die üblichen Bereitstellungszinsen, die eine Bank nach Abschluss eines normalen Darlehensvertrages ca. ein halbes Jahr nach der Zusage verlangen würde, entfallen bei einem Forward Darlehen, da die Zeit der Zinsbindung erst zu einem späteren Zeitpunkt beginnt.
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